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Theater, Theater – 10 Jahre
Kulturschupp’n Mühldorf
Der Kulturschupp’n Mühldorf feierte
2003 sein 10-jähriges Bestehen, und zwar – wie könnte es schöner sein
– auf dem Mühldorfer Altstadtfest. Mit einer kleinen Revueshow der schönsten
Szenen und Lieder aus „Kulturschupp’n-Stücken“ begrüßten die
Schauspieler das Publikum in einem kleinen Zelt auf dem Altstadtfest.
Begonnen hatte alles 1993 mit dem Stück
„Papa, so nicht“. Nachdem sich der Vorhang das erste Mal erfolgreich
gehoben hatte, ging es Schlag auf Schlag. Die Stückauswahl des
Theatervereins von Mühldorfern für Mühldorfer, die stets unter dem
Motto „aktiv, pfiffig, spannend“ stand, fand schnell den breiten
Zuspruch des Publikums. 1994 folgte „Eine verrückte Familie“, „Der
Schrittmacher“ und „Die Grattler Oper“. Mit „Aladin“ und der
„Dreigroschenoper“ verdeutlichten die Spieler und ihre Macher Florian
Strober und Mauricio Zupeuc schließlich ihr Programm: anspruchsvolles
Theater mit viel Liebe zum Detail, Mut und Spielwitz auf die „Bretter,
die die Welt bedeuten“ zu bringen! Im Jahr 1997 trieben es die
Laiendarsteller beinahe schon zu einer Meisterschaft. Sie brachten den „Häuslschleicha“,
„Der nackte Wahnsinn“, „Das Dschungelbuch“ sowie „Efeu und die
Dicke“, ein charmantes Spiel für zwei Clowns zur Aufführung. In dieser
Folge schlug das Broadway-Musical „Anatevka“ im Folgejahr alle
Rekorde. Rund 3000 Zuschauer strömten zu den Aufführungen in der
Weihnachtszeit des Jahres 1998 in den Stadtsaal und summten oder sangen
gar „Gassenhauer“ wie „Wenn ich einmal reich wär“ oder „Jente“
mit. Im Jahr 2000 inszenierte Kurt Lehner eine eigene Fassung der weltberühmten
Geschichte „Don Quixote“ des Spaniers Cervantes für Mühldorf –
letztmals im damaligen Stadtsaal. Der Verein zog in den Ökonomiestadel in
der Stadt und spielte 2001 und 2002 im Saal des Haberkastens. Kleists
„Der zerbrochene Krug“, in der bayrischen Bearbeitung von Leopold
Ahlsen und Nestroys „Häuptling Abendwind“ zeigten ein weiteres Mal
die Vielfältigkeit des Vereins, zeitgenössischen Theater volksnah zu
spielen. Aus dem Gesamtverein wuchs auch bald
eine eigene Jugendtheatergruppe, die unter dem Namen „Chamäleon“ neue
Spielweisen und insbesondere junges, engagiertes und auch politisches
Theater produzierte. Birk Fried legte 1994 den Grundstein der Gruppe, die
Philip Brehse in den Folgejahren begleitete. Das „Antigone-Projekt“
wurde unter anderem auf dem Festival im Theaterzelt (Fitz) in Altötting
gespielt und kam für Bayern auf dem Jugendtheaterfestival zur Aufführung.
Albert Camus „Die Pest“ inszenierte der u. a. auch an der
Theaterakademie in Burghausen tätige Brehse als Straßentheater. Wer
einmal auf der Straße gespielt hat, weiß: das ist die härteste Schule,
denn, wenn es nicht gefällt, dann geht der Zuschauer einfach weiter
seines Weges. Das Drama „Victor oder die Kinder an der Macht“ des
Franzosen Roger Vitrac entstand unter der Regie von Christopher Luber, der
mit diesem surrealistischen Theaterstück das Chamäleon auch über die
Landkreisgrenzen Mühldorfs und Altöttings hinaus ging.
Macht das nicht Lust und Laune in den
nächsten zehn Jahren mit auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu
verzaubern oder hinter der Bühne mitzufiebern?! Die nächsten 10 Jahre wurden dann
gleich mit einer neuen Inszenierung von Christopher Luber des Stückes -
Figaro - Musiktheater nach neuster Facon
eingeleitet....
(Claus Köhler)
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