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Das Stück behandelt eine Gerichtsverhandlung in dem fiktiven
niederländischen Dorf Huisum. Der Richter Adam muss die Beschädigung eines
wertvollen Kruges aus dem Besitz der Marthe Rull aufklären. Sie hat am
Vorabend den Bauernsohn Ruprecht Tümpel im Zimmer ihrer Tochter Eve ertappt.
Vor Eves Fenster lagen die Scherben des Kruges. Ruprecht wiederum hat einen
Fremden beobachtet, wie er Eves Zimmer durch das Fenster verließ und dabei
den Krug vom Fensterbrett warf. Weder Marthe noch Ruprecht ahnen, dass es
sich bei diesem Fremden um Adam selbst handelte. Im Verlauf des Stückes
versucht Adam, die Aufklärung des Falles möglichst unauffällig zu
verhindern, zumal an diesem Tag der Gerichtsrat Walter aus Utrecht anwesend
ist. Am Ende jedoch ist Adam gezwungen, die Zeugin Brigitte vorladen zu
lassen, die schildert, wie sie eine Spur von Marthes Haus bis zur Hintertür
des Gerichtshauses verfolgt hat. Angesichts dieser eindeutigen Indizien
bleibt Adam nur noch die Flucht. Eve, die als einzige Anwesende neben Adam
die Wahrheit kannte, erklärt zum Abschluss ihr Verhalten: Adam wollte, dass
Eve ihm gefügig sei, und dafür Ruprechts angeblich drohenden Militäreinsatz
in der Kolonie Niederländisch-Indien verhindern.
Autor: Heinrich von Kleist
Geboren am 18.10.1777 in Frankfurt/Oder. Er kam nach dem frühen Tod des
Vaters 1788 in das Haus des Predigers S. Cartel und besuchte das
französische Gymnasium. 1792 trat er in das Potsdamer Garderegiment ein.
Kleist nahm am Rheinfeldzug (1796) teil, wurde Leutnant (1797) und schied
1799 freiwillig aus dem Dienst aus.
Dann studierte er Philosophie, Physik, Mathematik und Staatswissenschaft
in Frankfurt/O. (1799/1800).
Zwischen 1802 und 1803 lebte er in Weimar bei Wieland, wo er auch Goethe
und Schiller kennen lernte.
1804 trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Er wurde 1807 in Berlin
als vermeintlicher Spion festgenommen. 1807-1809 war er in Dresden, wo er
mit Tieck verkehrte und mit A. Müller den "Phöbus" herausgab. 1810 gab er
mit A. Müller die "Berliner Abendblätter" heraus, die schon kurz darauf
wegen Zensurschwierigkeiten eingestellt werden mussten. Ohne literarischen
Erfolg, an menschlichen Bindungen zweifelnd und über die politische Lage
verzweifelt, nahm er sich gemeinsam mit der unheilbar kranken Henriette
Vogel am Wannsee das Leben. Kleist starb am 21.11.1811.
Den Platz, wo beide begraben liegen, hat der Besitzer des Grund und Bodens,
Prinz Friedrich Leopold, 1904 der Nation geschenkt. Aus dem Grabe wächst
eine Eiche. Auf einem Gedenksteine stehen die Verse:
«Er lebte, sang und litt in trüber, schwerer Zeit,
Er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit»
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